Wir stellen uns also vor, dass im Menschen verschiedenste Teilpersönlichkeiten ihr ganz eigenes Leben führen.
Die Arbeit beginnt mit dem Offensichtlichen…
In einem Vorgespräch bringt die KlientIn ihre Befindlichkeit oder ein Anliegen ein.
Die Inhalte die im Vorgespräch auftauchen (Was) werden von der BegleiterIn in die Struktur des Systems übersetzt
(Wer sagt es).
Die BegleiterIn erkennt und benennt erste Innere Personen und bestimmt, mit welcher die Arbeit beginnen soll.
Die Innere Person begibt sich an einen ihr entsprechenden Platz im Raum, der von der KlientIn selbst erspürt wird.
Durch diese "Bewegung" wird sie sich ihrer selbst und auch der Stellung, den sie in ihrem System einnimmt, bewusst.
Sie nimmt sich vielleicht zum ersten Mal als eigenständige Person wahr.
Wir interessieren uns für sie.
Hat sie ihren Platz gefunden, beginnen wir mit ihr zu sprechen, genauso wie wir uns mit einem Mitmenschen unterhalten.
Die fünf Kommunikationskanäle
Durch das sorgfältige Beobachten und Einbeziehen der fünf Kanäle der Kommunikation, Sprache, Körper, Gefühl, Bilder und Energie, verdichtet sich der Sitzungsdialog und führt in die Tiefe.
Die Fünf Kontinente
Sie sind die ursprünglichen Existenz-Felder der Inneren Personen, aus deren Tiefe heraus sich jeder Mensch wieder ausdrücken lernen kann.
Frau, Mann, Kind, Tier und Gott.
Jede Innere Personen, der wir begegnen, ist eine VertreterIn einer dieser Kontinente.
Es geht nicht darum, die Innere Person zu verändern.
Durch das Interesse, das der Inneren Person vom Begleiter entgegengebracht wird, spürt sie, dass es wirklich um sie geht und sie kann sich so zeigen, wie sie ist.
Die erlebten Verletzungen und Enttäuschungen führten dazu, dass die Inneren Personen sich so entwickelten, wie sie jetzt sind.
Wir treffen an der Oberfläche jene an, die sich im Aussen zeigen und sich so verhalten, wie die Aussenwelt sie auch wahrnehmen soll. Sie haben ihre Kraft für eine ihrer wichtigsten Aufgaben eingesetzt, nämlich die, ihre Verletzlichkeit zu schützen.
In einem Raum der Wertschätzung ihres So-Seins und ihrem Erkanntwerden als solches, kann die Innere Person offen und ehrlich ihre tiefsten Überzeugungen und innersten Werthaltungen vertreten.
Gefühle oder Gedanken von Macht, Verletzlichkeit, Liebe, Lust, Einsamkeit, Wut, Ohnmacht, Trauer, werden jetzt ausgedrückt und mitgeteilt.
Oder eben nicht.
So wird ein auftauchender Widerstand zu einem wichtigen Teil der Arbeit.
Ein wichtiges Ziel dieser Arbeit ist es, diese Reaktionshaltungen der Inneren Personen, die sie gegenüber der Welt und den Menschen eingenommen haben, zu erkennen und bewusst zu machen. Der Mensch kann lernen, wieder aus den Essenzhaltungen, den ursprünglichen Quellen aller uns verbindenden Bewegungs- und Seinsformen, heraus zu leben.
Die Arbeit setzt Eigenverantwortung, Eigeninitiative und eine gewisse psychische Stabilität voraus.
Voice-Dialogue
Eines der wichtigsten Werkzeuge der systemischen Arbeit mit Inneren Personen ist die präzise, durch die individualsystemischen Forschungen von Artho und Veeta Wittemann, lebendig und dynamisch weiterentwickelte Voice-Dialogue-Methode.
Sie wurde in den Siebzigerjahren in den USA von Hal und Sidra Stone entwickelt.